2019 veröffentlichte Eyal „Indistractable: How to Control Your Attention and Choose Your Life“ und rahmte den Kampf gegen gewohnheitsbildende Produkte neu: als etwas, das der Einzelne durch bessere innere Fähigkeiten gewinnen muss, nicht als etwas, das das Produkt nicht mehr tun sollte. Seine Position, anderswo klar formuliert: Technik ist nicht das Problem, „ablenkbar“ zu sein ist es.
Diese Rahmung zog echten, konkreten Widerspruch auf sich, nicht nur allgemeine Skepsis. Der Autor James Williams, eine führende Stimme zur Aufmerksamkeitsökonomie, argumentierte, die Logik sei fehlerhaft und die Aufforderung an die Menschen, Superkräfte der Selbstkontrolle zu entwickeln, sei ein unverantwortlicher Ersatz dafür, das Design selbst zu ändern. Andere Kritiker waren deutlicher und wiesen auf die Parallele zur Tabakindustrie hin, die jahrzehntelang Eigenverantwortung und Selbstkontrolle betonte, um das Gespräch gezielt vom Produktdesign fernzuhalten. Tristan Harris, der auf der anderen Seite derselben Debatte steht, hat die allgemeine Dynamik als „ein Wettrennen zum Stammhirn“ beschrieben.
Eyal hat „Hooked“ nicht widerrufen. Er hält daran fest, dass die Entwicklung gewohnheitsbildender Produkte nicht von Natur aus falsch ist und dass die Verantwortung für den Umgang mit dem daraus resultierenden Sog beim Nutzer liegt. Ob das eine vernünftige Aufteilung der Verantwortung ist oder eine bequeme für denjenigen, der die Schleife ursprünglich gebaut hat, ist die eigentliche Meinungsverschiedenheit unter den beiden Büchern.